„Klavierlehrer – das will ich mal machen“

Interview mit Thomas Grillenberger

Bei meinen Facebook-Aktivitäten wurde ich vor einiger Zeit auf einen Kollegen aufmerksam, der dort seine eigene Klavierliteratur präsentierte. Das weckte mein Interesse und so nahm ich Kontakt zu ihm auf. Er schickte mir einige seiner Werke und sie haben mir so gut gefallen, dass ich euch diesen Kollegen und seine Kompositionen gerne vorstellen möchte. Sein Name ist Thomas Grillenberger.

Gabriele: Hallo Thomas, erzähle uns doch zunächst etwas über dich.

Thomas: Ich heiße Thomas Grillenberger bin Jahrgang 1974 und als Musikpädagoge in vielen Bereichen tätig. Ich bin mit Susanne Grillenberger (ebenfalls Musikpädagogin Violine- Viola) verheiratet. Wir haben zwei Töchter und leben und arbeiten im Großraum Nürnberg.

Gabriele: Aha ein „Franke“ also… Nach meiner Erfahrung sind die Franken sehr herzliche Menschen. Aber kommen wir zur Musik. Deine Vielseitigkeit würde ich gerne etwas näher beleuchten, da sie so typisch für unseren Berufsstand ist.

Thomas: In erster Linie bin ich Klavierpädagoge, aber auch Chorleiter, Klangpädagoge, Organist und EMP Lehrer. Meine künstlerischen Ambitionen lebe ich in einem Klavierduo und als Cembalist und Organist im Ensemble „felisono“ aus.

Gabriele: Wie alt warst du, als du anfingst zu unterrichten und wie ging es weiter?

Thomas: Mit 16 Jahren habe ich angefangen, an einer privaten Musikschule zu unterrichten. Seither ist meine Unterrichtstätigkeit immer umfangreicher geworden. Ich unterrichte zurzeit Schülern im Alter von 4 bis 80 Jahren.

Unter diesen befinden sich zahlreiche Preisträger auf Regional-, Landes- und Bundesebene beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ in den Kategorien: Klavier  Solo, Klavier  vierhändig, Klavier  Gesang, Alte Musik, Klavier  Kammermusik. Seit mehreren Jahren bin ich selbst Juri-Mitglied beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. 1998 begann ich meine Unterrichtstätigkeit an der öffentlichen Musikschule Rezat-Mönchswald mit Sitz in Windsbach. Seit 2004 leite ich diese Schule.

Gabriele: Du arbeitest auch therapeutisch. Hat diese Arbeit auch etwas mit Musik zu tun?

Thomas: Ja, die Verbindung zwischen Klaviermusik und den Klängen meiner Klangschalen, Gongs und dem Monochord begeistern mich sehr. Ich habe eine Ausbildung im klang-therapeutischen Bereich absolviert und arbeite mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Den Schwerpunkt bilden Klangmassagen in Verbindung mit meditativer Klaviermusik.

Gabriele: Was mir bei dir gleich aufgefallen ist: Du scheinst sehr offen für verschiedene Arten der Weiterbildung zu sein und zwar nicht nur im Bereich Klaviermusik und Klavierpädagogik.

Thomas: Es ist mir wichtig, immer wieder neue Felder zu beschreiten sowie vielseitig und abwechslungsreich zu arbeiten. Seit dem vergangenen Jahr nehme ich an einem Zertifikationskurs EMP des Verbandes bayerischer Sing- und Musikschulen in Hammelburg teil.

Gabriele: Kommen wir nun zu Thomas Grillenberger dem Komponisten. Wie kamst du auf die Idee, zu komponieren und eigene Klavierhefte herauszubringen?

Thomas: Im Laufe meiner langjährigen Unterrichtstätigkeit ist in mir der Wunsch nach eigener unterrichtspraktischer Literatur immer mehr gereift. Zunächst konnte ich einen langgehegten Wunsch nach Literatur in Verbindung zum Thema Fußball umsetzen.

Gabriele: Bist du selbst fußballbegeistert?

Thomas: Nein, aber vermutlich hat jeder Musiklehrer Schüler, die zusätzlich zu ihrem Instrument gerne Sport treiben. Oft ist es das Fußballspielen. Gerade in Zeiten großer Fußballturniere sind viele Schüler ganz gefangen und begeistert von diesem Sport. Mit dem kleinen Büchlein „Anpfiff“ hat man sehr schnell lernbare und motivierende Stücke, gerade für diese Zeiten. Aber natürlich auch außerhalb dieser Zeit. Mit meinen eigenen Schülern habe ich mit den Stücken sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch habe ich positive Rückmeldungen einiger Kolleginnen und Kollegen erhalten.

Gabriele: Mittlerweile hast du noch andere Hefte herausgebracht.

Thomas: Ja, meine „Preludes für Klavier“ sind als Lehrwerk zu den Tonarten entstanden. Einige enthalten kleine technische Aufgaben und sind als kleine Etüden geeignet. Zusätzlich sind alle Tonleitern zu Beginn des Heftes abgedruckt. Sie sind als Vorstudien zu den einzelnen Stücken gedacht. Die „Preludes“ lassen sich von Schülern bereits nach 2 bis 3 Jahren Unterricht gut vermitteln und sind meist innerhalb einer Klavierstunde gut zu erklären. Somit kann der Schüler sofort loslegen und zuhause spielen. Auch hier habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Meine Schüler lernen gerade diese Stücke sehr gerne. Auch im Konzert sind die „Preludes“ gut einzusetzen.

Gabriele: Was gibt es noch?

Thomas: Etwas anspruchsvoller (mittelschwer) sind meine „Impromptus“ einzustufen. Sie sind eher für Jugendliche oder Erwachsene Klavierschüler konzipiert. Die „Indianer-Fantasie“ dagegen ist für Schüler der Unter- und Mittelstufe. Sie kann auch von mehreren Schülern aufgeführt werden. Dazu können einfache Trommelrhythmen zwischen die einzelnen musikalischen Szenen eingebaut werden, um einen Spielerwechsel durchzuführen.

Gabriele: Planst du, noch weitere Hefte zu veröffentlichen?

Thomas: Oh ja, in Planung sind leichte Etüden und Träumereien für Klavier und die Komposition einer Messe für Frauenchor und Instrumente. Ebenso ein Weihnachtsbuch für Klavier mit weihnachtlicher und winterlicher Klaviermusik. Ein weiteres Projekt ist eine „Schatztruhe“ mit leichter Anfängerliteratur für Klavier.

Gabriele: Wo sind deine Hefte erschienen und wie kann man sie kaufen?

Thomas: Die meisten Hefte sind in meinem Selbst-Verlag erschienen im „kreatiVerlag“. Einige wenige im „Strube Verlag München“. Hier erschien eine Choralkantate zur Reformation, das Orgelbuch „Easy fun“ und Psalm- und Choralvertonungen für Frauenstimmen. Die Hefte können direkt bei mir bestellt werden. Hier der Link zu meiner Website: https://www.kreativerlag-grillenberger.de/notenbuecher.

Gabriele: Zum Abschluss eine sehr persönliche Frage: Hast du während deines Studiums oder danach jemals davon geträumt, ein berühmter Konzertpianist zu werden?

Thomas: Ich bin von Anfang an in die pädagogische Ausbildung eingestiegen. Eine Karriere als Pianist war nie mein Wunsch. Natürlich bin ich ein begeisterter Musiker und konzertiere in verschiedenen Formationen. Ich begann erst mit 10 Jahren mit dem Klavierunterricht und sehe mich noch heute nach der ersten Klavierstunde ins Auto meine Eltern einsteigen. Damals sagte ich voller Begeisterung: „Das will ich mal machen.“ Und so hat sich alles wunderbar gefügt und ich kann diesen Traum heute leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Grillenberger

Kontakt: http://kreativerlag-grillenberger.de

 

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