Der Klang der Wut: Wie die Musik mich am Leben hielt

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Unser Weihnachts-Tipp für Musiker: Das Buch „Der Klang der Wut“ – eine Musikerbiographie garantiert ohne Langeweile.

Heute möchte ich euch ein bemerkenswertes Buch vorstellen, eines, das Spuren in einem hinterlässt. „Der Klang der Wut – Wie die Musik mich am Leben erhielt“ ist eine Musikerbiographie der besonderen Art.

Der britische Konzertpianist James Rhodes, Jahrgang 1975, beschreibt darin seinen Lebensweg, der so furchtbar und doch in Teilen so typisch für Musiker ist.

Rhodes ist der Sohn liebevoller, gut situierter englische Eltern. Als er mit fünf eingeschult wird, durchlebt er mehrere Jahre die Hölle sexuellen Missbrauchs durch einen Lehrer. Die Folgen dieses Missbrauchs kennzeichnen sein gesamtes Leben. Haltlos bewegt er sich durch seine Kindheit und Jugend. Er konsumiert Alkohol, Drogen und Frauen. Seine Exzesse führen ihn an den Rand des Suizids und in die Psychiatrie. Einziger Lichtpunkt in diesem Dschungel ist die Musik. Schon als Kind hört er Klassik und beginnt Klavier zu spielen. Nach mehreren Unterbrechungen kehrt er ans Klavier zurück, nimmt Unterricht und übt, wie besessen. Musik führt ihn ins Leben zurück und wird zu seiner Leidenschaft: Er gibt Konzerte, nimmt CDs auf und realisiert mehrere Fernsehsendungen.

James Rhodes erzählt schonungslos und ohne Tabus. Offen berichtet er von seinen Erlebnissen und Gefühlen, aber auch von den schmutzigen Seiten des Musikgeschäfts – auch des klassischen Musikgeschäfts. Seine Sprache ist auf der einen Seite roh und schockierend, auf der anderen sanft und begeisternd. Nie habe ich jemanden interessanter und treffender über die technischen Schwierigkeiten des Musizierens sprechen hören, als Rhodes in diesem Buch. Seine Liebe gehört der klassischen Musik und er nimmt ihr die Patina des Sauberen und Elitären. Jedes Kaptiel seines Buches leitet er mit einem Musikstück und einer kurzen Biographie des entsprechenden Komponisten ein. Allerdings klingen diese bei Rhodes folgendermaßen: „1770 wird ein Junge in schwierige, gewalttätige, beängstigende Verhältnisse hineingeboren. Sein familiäres Umfeld ist von Alkohol, häuslicher Gewalt, Misshandlung und Grausamkeit gepägt…“ Kaum jemand würde bei dieser Beschreibung (ohne das Geburtsjahr) spontan an Beethoven denken.

In Großbritannien wurde das Buch zunächst durch eine einstweilige Verfügung verboten und die Veröffentlichung dann aber vom obersten Gerichtshof befürwortet.

Für mich war „Der Klang der Wut“ eine fessendelnde Lektüre. Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist für Männer und Frauen interessant und auch ein passendes Weihnachtsgeschenk für lesende Musiker.

James Rhodes „Der Klang der Wut“ ist 2016 beim Verlag Nagel & Kimche erschienen und kostet 22,90 Euro.

Das Buch wurde mir vom Verlag auf Anfrage als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

Autor James Rhodes
ISBN 978-3312006540
Details  320 S., gebunden
Verlag Verlag Nagel & Kimche AG
 Preis  € 22,90
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