Von Fehlern beim Unterrichten und sinkenden Schülerzahlen…

Ein Gespräch mit Carl F. Hartmuth über die sensiblen Punkte des MusiklehrerInnen-Lebens.

Nachdem ich euch in der letzten Woche meinen Freund Carl und sein Buch (hier bestellen) „Die Kunst der Musikausbildung“ vorgestellt habe (Artikel hier), möchte ich euch heute an unserer heißen Diskussion zu später Stunde Anteil haben lassen. Natürlich ging es um die Musik und im Speziellen um folgende Themen:
– Die größten Fehler beim Unterrichten
– Was kann ich tun, wenn meine Schülerzahlen sinken und meine Jobs weniger werden?

Carl ist ein Mensch klarer Worte und ich musste nicht nur einmal tief durchatmen, wenn er mir meine Schwächen gnadenlos aufzeigte. Aber dazu hat man ja Freunde.
Folgt mir also wieder in die Münchner Nacht…

Gabriele: Wie wir wissen, hast du dich ausgiebig mit dem Unterrichten und mit uns, den Musiklehrenden beschäftigt. Was sind deiner Meinung nach die größten Fehler, die wir beim Unterrichten machen?

Carl Hartmuth: Fehler und Schwächen sehe ich als Hinweise auf Potenziale, die man (weiter)entwickeln und ausschöpfen kann. Viele Musiklehrer glauben zum Beispiel, als gute und erfahrene Musiker auch einen guten Musikunterricht erteilen zu können. Nichts kann falscher sein, als diese Illusion. Es handelt sich doch um sehr verschiedene Tätigkeiten. Sie können in Kombination funktionieren, wenn man dafür jeweils ausgebildet ist und die nötige innere Einstellung mitbringt. Ein Musiklehrer hat zum Beispiel kein Publikum, das ihm auf der Bühne Beifall klatscht. Umgekehrt eignet sich nicht jeder Musiklehrer auch als Musiker auf der großen Bühne. Damit verbundene Fehleinschätzungen wirken sich unmittelbar auf unterrichtete Schüler aus.

Gabriele: Wie sollten sich Lehrende ihren Schülern gegenüber grundsätzlich verhalten?

Carl Hartmuth: Ein Lehrer soll seine Aufgabe als Partner des Schülers verstehen und nicht als ein herrschender „Be-Lehrer“, dem widerspruchslos Folge zu leisten ist. Fachlich und methodisch muss ein Lehrer natürlich weit über seinen Schülern stehen. Aber menschlich muss er sich in jedem Unterricht auf das Level seiner Schüler einstimmen, sich in seine Situation einfühlen und von dort aus agieren. Dass der Lehrer seinen Stoff beherrscht, setzt der Schüler ohnehin voraus. Ihn interessiert aber vielmehr die Frage „Was kann der Lehrer mir beibringen?“

Gabriele: Und wie verhält es sich mit schwierigen Schülern?

Carl Hartmuth: Grundsätzlich gibt es keine schwierigen Schüler, sondern schwierige Lehrer. Natürlich gibt es davon Ausnahmen. Sie bestätigen aber nur diese Regel. Es ist ja der Lehrer, der einen Schüler als schwierig empfindet. Also hat er etwas damit zu tun und ist somit Teil der Schwierigkeit. Das heißt, wenn etwas nicht so läuft, wie man es erwartet, ist es Aufgabe des Lehrers, zunächst die Situation und sein Tun genau zu hinterfragen. Wir neigen vorschnell dazu, Ursachen und Schuldige außerhalb unseres Wirkens zu suchen. Die Rolle eines Lehrers ist mit viel Demut verbunden. Das bedeutet jedoch nicht Unterwürfigkeit, Zurückhaltung oder dergleichen, sondern Wahrhaftigkeit mit und zu sich selbst.

Gabriele: Okay, das hat gesessen. Weiter, was müssen wir beim Unterrichten noch beachten?

Carl Hartmuth: Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass ein Lehrer bei jedem seiner Schüler dessen bevorzugte Lernwahrnehmungen herausfinden muss, um ihn optimal zu erreichen. Es nützt zum Beispiel nichts, einem Schüler tausendmal etwas mit Worten erklären zu wollen, wenn dieser einen bevorzugt visuellen oder kinästhetischen/haptischen  Lernzugang hat. Ein Lehrer darf auch nichts einfach voraussetzen oder erwarten. Es ist seine Aufgabe, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, bzw. Erwartungen erfüllen zu können.

Gabriele: Könntest du das veranschaulichen?

Carl Hartmuth: Zum Beispiel erwartet man vom Schüler, dass er regelmäßig und lange genug übt. Das wird er nicht tun, wenn er nicht gelernt hat, wie und wozu man eigentlich übt.
Jede Unterrichtsstunde soll für den Schüler den Eindruck erwecken, es hat sich gelohnt, zur Musikstunde oder –Probe zu kommen und daraus einen persönlichen Gewinn mitzunehmen. Es hat Spaß gemacht, man hat was verstanden, kann ein Stück spielen bzw. besser spielen, usw.

Gabriele: Sind wir Lehrende also doch „Bespaßer“? Ich finde diesen Gedanken schrecklich, denn ich bin von meiner Persönlichkeit her kein Clown.

Carl Hartmuth: Du musst kein Clown sein und auch kein „Bespaßer“. Aber nicht zuletzt zeichnet Humor und der Umgang damit einen guten Lehrer aus. Denn Humor ist die höchste Form der Intelligenz. Damit ist keine nachlässige Spaßigkeit gemeint, sondern gezielt eingesetzter erfrischender und befreiender Humor. Der Alltag wird für die meisten Menschen ohnehin als eine ernste und schwierige Sache mit negativen Empfindungen erlebt. Im Musikunterricht wollen sie etwas anderes erleben als im gewöhnlichen Alltag. Man sollte seine Schüler beim Unterricht mindestens einmal zum Lachen oder Schmunzeln bringen. Das sind durchaus hohe Anforderungen an den Lehrer, verbunden mit einer ständigen Lern- und Veränderungsbereitschaft, sich auf jede Situation einzustellen. Lehren und Lernen bedeutet schließlich etwas verändern.

Gabriele: Wie kann ich mich noch auf die Bedürfnisse meiner Schüler einstellen?

Carl Hartmuth: Wichtig ist, sich immer wieder ein Feedback von seinen Schülern einzuholen. Das anstehende Unterrichtsprogramm soll besprochen und mit dem Schüler grundsätzlich abgestimmt sein. Zur gegebenen Zeit fragt man ihn, ob für ihn der Unterricht auch okay ist, oder ob er sich etwas anderes wünscht oder vorstellt. Das geht selbst mit einem sieben- oder achtjährigen Schüler. Aber auch diese Form der Mitgestaltung muss ein Schüler in der Regel schrittweise lernen und für seine Entwicklung somit auch Verantwortung zu übernehmen. Musik ist kein isolierter Teil des Lebens, sondern wichtiger Teil davon und trägt maßgeblich zur persönlichen Entwicklung bei.

Gabriele: Trotz aller Mühe, die wir uns als LehrerInnen geben, klagen viele KollegeInnen über sinkende Schülerzahlen. Das ist auch an meiner Musikschule so. Was rätst du uns?

Carl Hartmuth: Grundsätzlich empfehle ich jedem Musiklehrer, seine Existenz auf mehreren Säulen zu planen und sich nicht auf eine einzige Tätigkeit zu beschränken. Das ist heute in technischen, Wirtschafts-, Verwaltungs-, oder Sozialberufen auch nicht anders. Es zeigt sich immer mehr, dass ein Mensch im Leben oft zwei oder drei mitunter völlig verschiedene Berufe ausübt. Das muss kein Widerspruch sein, sondern kann sich wunderbar ergänzen.

Gabriele: Kannst du uns auch dafür ein Beispiel geben?

Carl Hartmuth: Ich bin hierzu vielleicht ein gutes Beispiel, neben meinen Musiker-Tätigkeiten bin ich auch gerne Techniker und Ingenieur. Erst darin lernte ich planvolles, methodisches, strukturiertes, geordnetes und vorausschauendes Arbeiten. Etwas, womit sich viele Musiker wie auch andere Künstler sehr schwer tun. Andererseits lernte ich als Musiker das spontane Wirken, Kreativität, das spielerische Element, Intuition und Inspiration wie auch den Umgang mit Humor, oder das Auftreten und Agieren vor einem Publikum – auch als Referent technischer Seminare viel besser, als dies ein Ingenieur heute gewöhnlich erlernt, der in der Regel sehr kopflastig ausgebildet und an seinen Beruf herangeführt wird. So profitieren meine verschiedenen Berufsfelder ungeheuer von diesen Vernetzungen. Das Handwerk des Schriftstellers erlernte ich nebenbei auf Seminaren und im Literaturstudium; wie später auch die nötigen Voraussetzungen, um einen Verlag zu gründen und zu führen. Ebenso bildete ich mich in der Kinesiologie und der allgemeinen Heilkunde umfassend aus und weiter – was meine Tätigkeit als Lehrer und Coach mit beeinflussen sollte. Ich musste tatsächlich lernen und erfahren, den komplexen Menschen als solchen zu erfassen und zu verstehen, und nicht als ein zu bearbeitendes Objekt! Eines entwickelte sich aus dem Anderen mit jeweils sich verlagernden Schwerpunkten.

Gabriele: Heißt das, ich sollte eine zusätzliche Berufsausbildung in einem ganz anderen Bereich anstreben?

Carl Hartmuth: Nein, das musst du nicht. Man kann aber als Musiker seine Tätigkeiten streuen. Zum Beispiel in einer Formation oder als Solist wirken, an einer oder mehreren Musikschulen tätig sein, bei entsprechend vertraglichen Voraussetzungen auch privat Schüler unterrichten, usw.  Man kann auch an diversen Instituten Seminare und Workshops für Jedermann durchführen wie z.B. mit einfachen Rhythmusinstrumenten, Gesang, oder im Bereich der Musiktherapie. Musik ist in weitem Sinne auch Heilung und daher ist es kein Wunder, dass viele Musiker und Musiklehrer therapeutische Zusatzausbildungen absolvieren. Andere absolvierten eine zusätzliche Ausbildung als Tanzlehrer, Schauspieler oder Ähnliches. Ein Mensch hat mehrere Begabungen, die er an sich oft erst entdecken muss. Eine Klientin ist zum Beispiel sprachbegabt. Nach einer Zusatzausbildung unterrichtet sie heute an einigen Vormittagen diverse Sprachen. In der anderen Zeit erteilt sie Ihren Musikunterricht. Ein großer Unterschied besteht auch darin, ob man selbständig oder als Angestellter bzw. als Auftragnehmer arbeitet. Nicht jeder ist aufgrund seiner Veranlagungen und seiner Konstitution für beide Bereiche gut geeignet. Aber auch das lässt sich mit Hilfe eines Coaches herausfinden.

Gabriele: Wie beurteilst du generell die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten?

Carl Hartmuth: Es existieren in allen Bereichen sehr vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die uns allen offen stehen. Ganz gleich, in welchen Bereichen wir tätig sind, die eigene Weiterbildung darf nie aufhören.
Wir müssen grundsätzlich maximalen Abstand davon gewinnen, in Beschränkungen, Fixierungen und übernommenen oder anerzogenen Glaubensmustern zu denken und zu handeln. Ich bin immer wieder davon überrascht, wie z.B. solches, meistens unbewusst getragenes Gedankengut manches Leben nachteilig beeinflusst und die Entwicklung von Potenzialen wie Talenten behindert. Davon nehme ich mich selbst nicht aus.

Gabriele: Nun aber Schluss mit den netten Worten. Was können meine KollegInnen und ich tun, wenn es beruflich nicht mehr so gut läuft?

Carl Hartmuth: Also gut, du willst es also ganz direkt: Hier muss man zwischen zwei grundlegenden Situationen unterscheiden:
a)    Eine Musikschule oder ein freiberuflicher Musiklehrer befindet sich in der Gründungs- und Aufbauphase.
b)    Eine schon seit einiger Zeit bestehende Schule oder privat tätiger Lehrer verzeichnet Einbrüche in den für sie gewohnten Schülerzahlen.

Gabriele: Beginnen wir mit LehrerInnen und Musikschulen in der Aufbauphase.

Carl Hartmuth: Eine Standort- und Angebotsanalyse ist in Gründungsphasen ein entscheidender Faktor. Wenn in einem Ortsteil zum Beispiel bereits drei Klavierlehrer tätig sind, macht es wenig Sinn, sich als vierte Option hinzuzugesellen. Man bringt damit sich und auch die anderen Kollegen in Schwierigkeiten. Auch ein Versuch, gegen eine bereits etablierte Einrichtung in den Wettbewerb treten zu wollen, geht in aller Regel schief. Der erste, der sich in einer Region mit einem Angebot positioniert hat, bleibt auch bei den Kunden immer die erste Adresse. Die Frage, „was wird gewünscht oder benötigt und was kann ich dazu beitragen“ ist in Gründungsphasen maßgeblich. Oder auch die Frage, was mache ich anders als andere? Bei mehreren Angeboten wollen Kunden einen Unterschied erkennen. Preiskämpfe finden genau dort statt, wo Kunden keinen Unterschied erkennen können. Dann machen sie ihn selbst – am Preis. Diesen Unterschied muss man oft erarbeiten und auch glaubwürdig darstellen. Auch die Frage, was ist den Menschen vor Ort finanziell überhaupt möglich, spielt mitunter eine Rolle. In einer sozialschwachen Region kann sich kaum jemand ein Musikinstrument für € 5.000,- leisten. Man muss unter Umständen auch einen Umzug in eine andere Region oder Stadt in Betracht ziehen. Das kann ein sehr erfolgreicher Schritt sein, was ich an vielen Coaching-Klienten so erlebt habe.

Gabriele: Gut, das sind die „Äußerlichkeiten“. Wie sieht es mit dem Unterrichtsangebot aus?

Carl Hartmuth: Ein Musiklehrer soll auch grundsätzlich eine Instrumentenfamilie zum Unterricht anbieten können. Ein Klarinettist bietet so zum Beispiel auch Saxofon- und Querflötenunterricht, vielleicht auch Oboe und Fagott an. Ein Pianist kann Keyboard- und Orgelunterricht anbieten. Allerdings darf er diese Instrumente nicht als Klavier-Variante vermitteln sondern muss sie selbst korrekt erlernt haben und individuell unterrichten können. Ein Gitarrist kann die verschiedensten Gitarreninstrumente von der modernen E-Gitarre bis zur historischen Laute anbieten, usw.

Gabriele: Okay, was ist noch in Bezug auf das Angebot zu beachten?

Carl Hartmuth: Ebenso soll man sich auf verschiedene Altersklassen einstellen können. Das reicht vom Kindergarten bis ins Seniorenheim. Ein wichtiger Aspekt ist in solchen Phasen auch das Marketing und damit verbundene Werbung.  Das zeigt sich auch daran, dass diese Themen in meinen Coachings einen breiten Raum einnehmen. Auch hier kann man viel falsch machen und teures Lehrgeld bezahlen. Wichtig ist grundsätzlich, dass man Musikunterricht nicht als beiläufige kostspielige Freizeitbeschäftigung anbietet und „verkauft“, sondern ein Stück Lebensbereicherung und wichtigen Teil einer persönlichen Entwicklung in allen Lebensphasen. Sich mit Musik zu beschäftigen bedeutet immer auch, sich mit sich selbst auseinandersetzen, sich selbst besser kennenlernen, usw.

Gabriele: So und nun zu mir und all den „Alten Hasen“; also allen etablierten Musikschulen und MusiklehrerInnen, die unter schwindenden Schülerzahlen leiden.

Carl Hartmuth: Wenn Einbrüche gegenüber gewohnten Standards stattfinden, existieren hierfür in der Regel handfeste Gründe. Schließlich ist es einmal besser gelaufen, was auch seine Gründe hatte. Es können ganz bestimmte Gründe oder auch mehrere davon zutreffen, wenn Einbrüche oder Rückgänge von Schülerzahlen stattfinden. Darunter unterscheidet man solche, die man beeinflussen kann und solche, auf die man keinen Einfluss ausüben kann, sich diesen aber anpassen muss.

Gabriele: Bitte nenne uns einige Beispiele.

Carl Hartmuth: Also…

  • Es finden demografische Veränderungen statt. Bestimmte Altersschichten erfahren ein „Loch“. Z.B. reduzieren sich geburtenstarke Jahrgänge wie 8 – 12-jährige Schüler deutlich.
  • In der Region entsteht durch weitere Musikschulen/Lehrer ein verstärkter Wettbewerb.
  • Eine Musikschule agiert seit Jahrzehnten immer gleich, passt sich gewissen Veränderungen nicht an.
  • Preisunterschiede werden ohne Transparenz in der Leistung sehr deutlich erkennbar. Geringe Preisunterschiede führen i.d. Regel nicht zu Abwanderungen.
  • Keine Anpassung am Wandel des Interesses an Musikrichtungen und Instrumenten. Z.B. wird überwiegend E-Orgel, oder Keyboardunterricht angeboten, wobei die Schüler lieber Gitarre lernen würden.
  • Strukturwandel der Region, z.B. Abwanderungen durch Verlust vieler Arbeitsplätze, Verlagerungen oder Insolvenzen von hiesigen Arbeitgebern, etc.
  • Schüler kommen mit ihrem Lehrer nicht mehr klar und wechseln zu anderen Lehrern oder Schulen.
  • Der Lehrer verfährt nach dem Motto: „Das habe ich immer so gemacht und ich mache immer so weiter…“.
  • Keine/zu geringe Anpassung an Musikinteressen der Schüler. Z.B. Popmusik für Jugendliche, Volksmusik für Senioren, usw.
  • Über- oder Unterforderung der Schüler, dergleichen aber auch für Lehrer.
  • Schlechtes Betriebsklima an Musikschulen. Schülern spüren schnell und genau, wenn etwas „nicht (mehr) stimmt“.
  • Eltern von jungen Schülern fühlen sich nicht eingebunden oder schlecht informiert.
  • Unterrichtzeiten passen nicht zur Lebenssituation des Schülers. Z.B. vermehrter Nachmittagsunterricht an Regelschulen, Berufstätige können nur abends oder an Wochenenden teilnehmen, etc.
  • Ungünstige und/oder erschwerte Reiseverbindungen zum Unterrichtsort.
  • Musik wird als Selbstzweck unterrichtet und nicht als Teil der Persönlichkeitsentwicklung des Schülers.
  • Verweigerung des Einsatzes von allgemeinen technischen Weiterentwicklungen, wie z.B. Smartphones, Internet, etc.
  • Der Lehrer verliert das Interesse an seiner Tätigkeit und wirkt „ausgebrannt“.
  • Fehlende/unzureichende Weiterbildung der Lehrer und auch Schulleiter.

Gabriele: Danke, das reicht. Du hast natürlich bei jedem Punkt recht, aber manchmal braucht man einfach einen Außenstehenden, der den Finger in die Wunde legt.

Carl Hartmuth: Ich sehe, du hast verstanden, was ich dir sagen möchte. Es gibt kein einheitliches Wundermittel gegen sinkende Schülerzahlen.
Jede mögliche Situation gilt es also individuell zu untersuchen und am besten mit Hilfe eines externen Coaches Lösungen zu erarbeiten und einzuleiten. Extern deshalb, weil man als Betroffener oder Beteiligter immer auch Teil eines Problems ist. Durch die fehlende Distanz von außen kann man die nötigen Aspekte hierzu nicht wahrnehmen und beurteilen. So, wie man sich selbst auch nicht gut die Haare schneiden kann…

Wie Carl mir dann in dieser Nacht noch ganz direkt meine persönlichen Schwachstellen aufzeigte, werde ich euch verschweigen. Es hat ihn mehr als eine Tafel Schokolade gekostet.
Aber auch ich bin mit ihm im Gegenzug nicht zimperlich umgegangen. Gemütlich in den Schlaf gesunken ist in dieser Nacht keiner. Und trotzdem möchte ich nicht eine Minute mit ihm missen.

Wenn ihr auch jemanden sucht, der euch „extern coacht“, dann setzt euch mit uns in Verbindung.

Carl F. Hartmuth – Musik.Consulting(at)t-online.de

Gabriele Zimmermann – gabriele(at)musikdidaktik.net

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Kommentare

  1. Ulrike J. sagt

    Für mich könnte das Interview immer so weitergehen 😀

    Liebe Grüße
    Ulrike

    1. Gabriele Zimmermann sagt

      Hallo Ulrike,
      das freut mich. Ich kann Carl sicher dafür gwinnen, unser Gespräch mit weitere interssante Themen fortzusetzen.
      Viele Grüße
      Gabriele

  2. Gerhard Wolters sagt

    Sehr gut beschrieben.
    Aber diese Worte nur „gut finden“, reicht nicht!
    Ich muss mich verändern und mich dabei beobachten/begleiten lassen, dann hat solch ein Prozess vielleicht Erfolg.
    Und „Prozess“ bedeutet Zeit und Ausdauer – es geht um grundlegende Verhaltensmuster und weniger um ein paar kosmetische Veränderungen…

  3. Viktoria Brill sagt

    Ich bin auch Mentaltrainerin & Life-Coach, komme aber aus der Musikschule, EMP und Violine. Seit ich die Ausbildung zum Coach gemacht habe, habe ich verstanden, dass wir als Lehrer wirklich sehr viele Fehler machen, alleine durch unsere Erwartung an Schüler. Die Schüler haben auch viel Angst, zumindest die ehrgeizigen unter denen, Fehler zu machen und nicht gut genug zu sein. Daher ist unsere Aufgabe, diese Angst ihnen zu nehmen. Die Angst zeigt sich z.B. in körperlichen Beschwerden. Habt Ihr Schüler, die über Rückenschmerzen klagen oder sehr oft wegen der Krankheit fehlen? Das ist auf jeden Fall ein Zeichen vom mangelnden Selbstvertrauen und Angst. Was kann aber der Lehrer unternehmen, wenn er selbst über dieses Bewusstsein nicht verfügt? Deswegen ist es wichtig, dass zuerst der Lehrer dieses Bewusstsein entwickelt, um somit auf den Schüler besser eingehen zu können. Meiner Meinung ist es Zeit für eine neue Unterrichtsform, voller Bewusstsein und Erkenntnisse.

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