Für Musiker_innen, Musik- und Intrumentalpädagog_innen, Sänger_innen & Hobbymusiker_innen

Ein guter Start ins neue Schuljahr

Gedanken zum erfolgreichen Start nach den Sommerferien.

Wir haben sie so herbeigesehnt – die Sommerferien – und nun sind sie „schon wieder“ vorbei! Bei einigen von euch schon länger, andere haben den Beginn des neuen Schuljahres noch vor sich.
Ich gehe dem Start nach den Sommerferien immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.  Zum einen freue ich mich auf meine Schüler und auf einen geregelten Wochenablauf, zum anderen beginnen aber auch alle unbequemen Dinge von neuem, wie das frühes Aufstehen und der „normale Ärger“ in der Musikschule.

Was also können wir tun, damit der Start in das neue Schuljahr gut gelingt?

Vorbereitung

Ein guter Start nach den Sommerferien will geplant sein – kurzfristig und langfristig.

Langfristig
– Plant euren Urlaub so, dass ihr vor dem Start mindestens zwei Vorbereitungstage (Puffertage) habt. Wer erst in der Nacht vor dem ersten Schultag von seiner Urlaubsreise nach Hause kommt, wird es schwerer haben, als jemand, der sich auf den Alltag allmählich einstellen konnte.
– Notiert euch am Anfang der Ferien alles, was zu Beginn des neuen Schuljahres erledigt werden muss. Wenn ihr zum Beispiel viele Telefonate zu führen habt, notiert euch schon vorab, wen ihr anrufen müsst und schreibt zum Namen und Grund die Telefonnummer gleich mit auf, dann erspart ihr euch große Suchaktionen.
– Wenn ihr die Ferien für all die vielen Dinge nutzt, die während der Schulzeit nicht erledigt werden können, plant vorher gut und vergesst nicht, Erholungszeiten festzulegen.
– Erledigt vor den Ferien möglichst schon alles, was erledigt werden kann, so erwarten euch später keine Arbeitsberge.

Kurzfristig
Nutzt die Puffertage vor dem Start gut.
– Packt die Koffer aus und erledigt die Wäsche.
– Bereitet euren Unterricht oder eure Chorproben vor.
– Besorgt alles, was ihr in der ersten Schulwoche benötigt.
– Räumt euren Unterrichtsraum auf und gestaltet ihn so, dass ihr euch darauf freuen könnt, in ihm tätig zu sein.
– Bringt euch allmählich in den gewohnten Rhythmus, aber genießt es auch noch, etwas länger zu schlafen.

Positive Gedanken

Vor dem Start und in der ersten Zeit nach den Ferien solltet ihr euch nicht ärgern, dass die unterrichtsfreie Zeit um ist, sondern an die positiven Aspekte eurer Arbeit denken.
– Was liebt ihr an eurem Beruf?
– Was könnt ihr im kommenden Schuljahr besser machen?
– Was könnt ihr für euch tun, damit ihr die kommenden Wochen gut übersteht?

Erinnerungen bewahren und offen sein für Neues

Eines meiner Lieblingsgedichte ist „Stufen“ von Hermann Hess. Die wahrscheinlich bekanntesten Zeilen daraus sind diese:
„… Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben…“
Das Gedicht beinhaltet aber noch weitere interessante Gedanken zu dem Thema Anfang und Ende. Und vielleicht habt ihr ja Lust, mit Hermann Hesse ins neue Schuljahr zu starten. Hier könnt ihr das ganze Gedicht lesen.
Diesen Zauber des Neuen gilt es so lange wie möglich zu bewahren. Außerdem müssen wir versuchen, die Freude über das Vergangene aufrechtzuerhalten.

Deshalb:
– Installiert ein Urlaubsbild als Bildschirmhintergrund auf eurem Computer oder verteilt ein paar Mittelmeer-Muscheln auf der Fensterbank eures Unterrichtsraumes. Bewahrt euch euer Urlaubsgefühl möglichst lange.

Erinnert ihr euch an die ersten Schultage nach den Sommerferien, als ihr noch Kinder wart? Habt ihr euch auch einen neuen Radiergummi gekauft und es genossen, die erste Seite in den neuen Heften zu beschreiben?
– Geht mit diesem Gefühl ins neue Schuljahr. Kauft euch einen neuen Kugelschreiber, einen, den ihr schon immer haben wolltet oder eine neue Trinkflasche. Genießt den Beginn mit kleinen Neuerungen und beseitigt die Störungen, die euch in der Zeit vor den Sommerferien genervt haben. Besorgt euch neue Tafelstifte. Kauft euch die Super-Chormappe und schmeißt die kaputte alte endlich weg. Ladet euch das Schülerverwaltungsprogramm auf euren PC, damit das Papierchaos endlich ein Ende hat usw.

Mit den Kräften haushalten

Nutzt den Neustart, um eure Kräfte mit Blick auf die Weihnachtszeit gut einzuteilen.
– plant eure täglichen Pausen und Auszeiten
– überlegt, wann ihr euch bei Fortbildungen geistig „auftanken“ könnt
– gestaltet eure Wochenenden erholsam
– pflegt eure sozialen Kontakte
– singt und musiziert mit Freunden (oder einfach nur für euch)

Die ersten Wochen

Jedes Jahr erleben wir sehr chaotische Wochen im neuen Schuljahr: Die Schüler brauchen neue Termine, neue Kurse müssen organisiert werden, die Kinder haben keine Lust mehr, Abmeldungen treffen ein, das Telefon steht nicht still. Schon nach zwei Wochen ist man wieder ferienreif und noch immer kommen Schüler mit neuen Terminwünschen…

Lasst euch von mir trösten: SO GEHT ES UNS ALLEN! Ihr seid nicht allein. Sucht euch KollegInnen und klagt euch gegenseitig euer Leid. Das hilft.
Meine erste Woche bei sommerlichen Temperaturen begann damit, dass viele Schüler gar nicht zum Unterricht kamen, und das nach 6 Wochen Ferien… In einer Facebook-Gruppe postet meine liebe Kollegin Jessica genau das gleiche. Wie wohltuend, zu erfahren, dass eine andere Person, die gleichen Erfahrungen machte. Einen Entschluss habe ich nach diesen fünf Unterrichtstagen für mich gefasst: Ich werde mir nie wieder Gedanken wegen der langen unterrichtsfreien Zeit im Sommer machen.
Wenn ihr also nach kurzer Zeit und trotz aller guten Vorsätze schon wieder im Stress seid, schreibt uns im Kommentarbereich (einfach bis ganz nach unten scrallen) euren Kummer von der Seele.

Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Schuljahr und viele nette, fleißige und zuverlässige Schüler.
Herzliche Grüße,
eure
Gabriele

Kommentare
  1. Helga Hölzinger sagt

    Vielen Dank für diesen Bericht, der genau die Realität beschreibt. Da ich mehr der Einzelkämpfer bin, habe ich oft niemand zum Austauschen und vergesse, dass es anderen genauso geht. Und trotz aller Vorbereitung und Planung ist da immer der Moment, wo man ins Schwimmen kommt und den Überblick verliert. Aber auch der geht vorüber und am Ende der ersten 2-3 Wochen fügt sich alles wieder in geordnete Bahnen.

    1. Hallo Helga,
      vielen Dank für deine Gedanken.
      Die Gewissheit, dass sich jedes Chaos wieder lichtet, hält mich in den ersten zwei Wochen auch immer am Leben. Gerade die neuen Gruppen der Frühförderung zu organisieren, lässt mich immer wieder von neuem verzweifeln. In diesem Jahr steht mein Stundenplan schon nach der ersten Woche und ich fühle mich wie „Superman“. So wünsche ich dir, dass du den Überblick behältst und sich bald alles wieder normalisiert hat.
      Ganz liebe Grüße
      Gabriele

  2. Volker Coutandin sagt

    Bei mir fehlten in der vergangenen 1. Woche nach den Ferien auch einige Schüler unentschuldigt, obwohl ich jedem sage, dass es wegen der Einteilung gerade in der 1.Woche wichtig ist, zu kommen. Das sind diejenigen, die in der 2. oder erst in der 3. Woche kommn und dann unbedingt ihren Wunschtermin möchten.
    Von den Neuanmeldungen, die ich über eine MS bekam, sind 2 gekommen und 4 nicht, ohne jede Entschuldigung oder Nachricht. Ich finde das erbärmlich, es entspricht aber genau dieser „Unverbindlichkeit“ heutzutage. Für meine Stundenplanung, und nicht zuletzt auch für meine Verdienstkalkulation (!) ist das Sand im Getriebe.

    Gruß aus Rödermark,

    Volker Coutandin

    1. Hallo Volker,
      ich kann alles, was du schreibst, nur bestätigen. Diese „Unverbindlichkeit“ empfinden wir auch als großes Problem. Viele Leute kommen, wollen Probeunterricht und verschwinden dann, ohne Bescheid zu sagen oder nach einer Vergütung zu fragen; sie geben Zusagen für Kurse und tauchen nicht mehr auf usw. In meinen Kursen der Frühförderung sind nicht mal mehr in der ersten Stunde alle da. Bei meinem letzten Kurs der 4-jährigen hat es sechs Wochen gedauert, bis die Gruppe das erste Mal vollzählig war.
      Ich glaube, dass dieses Streben nach Unverbindlichkeit noch zunehmen wird; der Versand- und Internethandel fördert solches Verhalten, ebenfalls der Rückgang sozialer Kontakte zugunsten von Computerspielen, Handys und Co.
      Trotz allem wünsche ich dir viele Kraft für die zweite Schulwoche.
      Liebe Grüße nach Rödermark (für alle Nicht-Südhessen: Volker und ich sind unbekannterweise „fast“ Nachbarn)
      Gabriele

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