SchlossAkkord – Ein Chorkonzert der besonderen Art

Seid ihr auch auch immer auf der Suche nach Anregungen für Konzerte?

Heute ein Bericht über „SchlossAkkord“, einer außergewöhnlichen Veranstaltung des Chores TonArt Hungen im Schloss Hungen.

Open Air

Vor einigen Tagen überraschte mich mein Mann mit der Bemerkung: „Am 2. Juli gehen wir in ein Chorkonzert.“ Etwas zaghaft fragte ich „Open Air?“ – „Ich glaube, ja.“
Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen Open-Air-Konzerte habe, aber ich musste in den letzten Wochen einige lärmende, lautsprecherverstärkte Veranstaltungen dieser Art über mich ergehen lassen. Nach 12 Wochen Unterricht am Stück (und noch 2 Wochen liegen vor mir) ist meine Toleranzschwelle gegenüber schlecht abgemischten, basslastigen Dauerlärm auf einen Bereich unter 0 abgesunken.

Trotz aller Bedenken – auf nach Hungen!

Trotz aller Bedenken und mit meinen „Ohrstöpseln“ in der Tasche folgte ich meinem Mann zum „SchlossAkkord“ in die mittelhessische Stadt Hungen und es hat sich wirklich gelohnt.
Ich habe mich entschlossen, hier von diesem Konzert zu berichten, weil ich mich freue, dass es noch Veranstalter gibt, die den Mut haben, Konzerte in einer -auch für MusikerInnen/MusiklehrerInnen- genussvollen Lautstärke (Chorbeiträge natürlich ohne Mikrophone) zu veranstalten. Außerdem hatte „SchlossAkkord“ einen besonderen Ablauf, der sicher interessant für alle ist, die nach Ideen für Konzerte suchen.

Veranstaltet wurde das Konzert vom Chor TonArt Hungen und dem Freundeskreis Schloss Hungen e.V. Veranstaltungsort war, wie ihr sicher schon dem Titel entnommen habt, das Schloss Hungen. Beteiligt waren neben dem gemischten Chor TonArt Hungen, der Frauenchor „Crescendo“ Steinfurth und das Jazz-Trio „CB Jazz“.

Das Konzert – Ablauf

Um 18 Uhr eröffnete TonArt unter der Leitung von Jochen Stankewitz das Schlosskonzert im Innenhof. Anschließend begab sich ein Teil des Publikums in den „Blauen Saal“ des Schlosses, um dem Frauenchor „Crescendo“ Steinfurth unter der Leitung von Monika Bayer zu lauschen, der andere Teil genoss im „Pferdestall“ Jazzstandards des Trios „CB Jazz“. Anschließend tauschten die Zuschauer den Veranstaltungsort und somit auch das vorgetragene Programm. Nach einer Pause mit Grill-Leckereien, Fingerfoot und Getränken sang TonArt Hungen in der Chorkapelle der Ev. Stadtkirche. Den Abschluss gestalteten alle drei Gruppen im Innenhof des Schlosses.

Konzert (trotz) mit Fußball

Wer sich nun fragt, ob es Zuschauer gab, die am Nachmittag des Fußball-EM-Viertelfinales Deutschland gegen Italien ein Konzert besucht haben, dem sei gesagt, „es gab genügend Zuschauer“. Denn auch an die Fußball-Interessierten hatten die Veranstalter gedacht und so wurde das Konzert pünktlich abgeschlossen und die Zuschauer hatten anschließend die Möglichkeit, das Fußballspiel auf einer Leinwand im Schlosshof gemeinschaftlich zu genießen.

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Konzert – Ein musikalischer Genuss

Musikalisch war das Konzert ein Genuss. TonArt Hungen ist ein sehr guter Chor, der ein musikalisch anspruchsvolles Programm bot. Die Lieder reichten von „Jäger und Kuckuck“ arrangiert von Helmut Barbe bis „Bogorodice Devo“ von Sergej Rachmaninov. Der Frauenchor „Crescendo“ Steinfurth brachte moderne Titel gekonnt zu Gehör. Am besten gefallen haben mir „Only Time“, „Royals“ und „Fly me to the moon“.
Für musikalische Abwechslung sorgte „CB-Jazz“, eine Formation bestehend aus Bass, Schlagzeug und Klavier. Mit einfühlsam gespielten Jazz-Standards begeisterten sie ihr Publikum. Und obwohl ich in der ersten Reihe saß, fast schon neben dem Pianisten, konnten meine Ohrstöpsel in der Tasche bleiben. Mehrere Male habe ich unter den Zuschauern gehört, wie man sich über die angenehme Lautstärke der Jazz-Beiträge unterhielt.

Insgesamt

Insgesamt eine wunderbare Veranstaltung, abwechslungsreich für die Zuhörer, in angenehmer Umgebung und ein musikalischer Genuss. Dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft dann auch gewonnen hat, setzte „SchlossAkkord“ noch das Krönchen auf.

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