Gruppenunterricht – zukunftsweisend oder „Geldmacherei“?

Kaum ein Thema wird unter InstrumentallehrerInnen so heftig diskutiert, wie das Thema „Gruppenunterricht im Instrumentalbereich“. Ich habe erlebt, dass über diese Diskussion Freundschaften zerbrochen sind und Lehrende, die sich für Gruppenunterricht engagiert haben, in ihren Musikschulen offen von KollegInnen bekämpft wurden.

Da mir dieses Thema persönlich sehr am Herzen liegt, möchte ich den Einzel- und den Gruppenunterricht in diesem Artikel betrachten und euch, liebe Leserinnen und Leser ermuntern, offen für Neues zu sein und Altbewehrtes regelmäßig zu überprüfen.

Einzelunterricht – Vorteile

Die meisten von uns haben wahrscheinlich in dieser Form des Unterrichts ihre gesamte oder einen großen Teil ihrer Ausbildung absolviert. Einzelunterricht ist uns vertraut, wir haben es selbst als Schüler erlebt und sind für diese Art des Unterrichtens ausgebildet worden. Wir Menschen lieben Dinge, die uns vertraut sind. Wir wissen, dass sie funktionieren und fühlen uns sicher.
Vordergründig gibt es viele Argumente, die für den Einzelunterricht sprechen:
1. Einzelunterricht gibt es schon lange und hat sich über Jahrhunderte bewährt.
2. Im Einzelunterricht kann die Lehrperson direkt auf die Bedürfnisse der einzelnen SchülerInnen eingehen und sie individuell fördern.
3. Einzelunterricht benötigt wenig Platz.
4. Einzelunterricht ist leicht zu organisieren.
5. Einzelunterricht kann auch bei den SchülerInnen zu Hause stattfinden.

Ich habe noch niemanden getroffen, den man von den Vorzügen des Einzelunterrichts überzeugen musste. Einzelunterricht ist Standard im Instrumentalunterricht. Leider endet für einige LehrerInnen an dieser Stelle auch jegliche Form der Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Gibt es dennoch Argumente, die für den Gruppenunterricht sprechen – nicht statt des Einzelunterrichts sondern gleichberechtigt neben diesem?

Finanzen
Zunächst gibt es natürlich finanzielle Argumente. An vielen Musikschulen wird Gruppenunterricht eingeführt, weil die Gebühren für einen Einzelunterricht von vielen Familien nicht mehr getragen werden können. Es verwundert mich sehr, dass einige KollegInnen, die sich auf der einen Seite dafür einsetzen, dass InstrumentallehrerInnen ordentlich bezahlt werden, sich auf der anderen Seite vehement gegen Gruppenunterricht wehren. Viele Familien sollten die Möglichkeit haben, ihre Kinder musikalisch ausbilden zu lassen. Wenn dafür neue Unterrichtsformen nötig sind, müssen wir diesen gegenüber offen sein. Und natürlich haben alle Lehrende das Recht, auf eine angemessene Bezahlung ihrer Tätigkeit.

„Einzelbeschulung“
Schule und Lernen gehören zum Alltag aller Kinder und Jugendlichen in unserem Land. In allen Bereichen lernen die SchülerInnen in Gruppen, nur im Instrumentalunterricht hat sich die „Einzelbeschulung“ über viele Jahre erhalten. Welche Form des Unterrichts sind SchülerInnen demnach gewohnt? Die des Gruppenunterrichts.
Die moderne Pädagogik und die Gehirnforschung zeigen ganz eindeutig, dass das Lernen in der Gruppe heute wichtiger ist, als jemals zuvor. Besonders der soziale Aspekt, das Agieren innerhalb einer Gemeinschaft, wird für den Einzelnen immer wichtiger. Zukunftsweisende Projekte zeigen außerdem, dass nicht nur das Lernen in der Gemeinschaft wichtig ist, sondern auch das Lernen voneinander innerhalb dieser Gemeinschaft. Studien belegen, dass Kinder von anderen Kindern schneller, nachhaltiger und freudvoller lernen, als von Erwachsenen.

Aus dem Alltag des Gruppenunterrichts:
Anton, Marc und Helene sind Schüler einer meiner Klaviergruppen im Tastenkinder-Programm. Sie gehen in die 2. Klasse und sind seit 1 1/2 Jahren bei mir. Anton und Marc sind lebhafte Jungen, still sitzen ist nicht ihr Ding. Helene dagegen ist ein schüchternes, sehr ruhiges Mädchen. Alle drei lieben ihre Gruppe und kommen gerne zum Unterricht. Letzten Dienstag hatten wir unser neues Stück sehr zügig erarbeitet. Anton war schon recht sicher, Marc wollte mir zusätzlich ein anderes Lied vorspielen, nur Helene kämpfte noch mit dem gerade Erlernten. So bat ich Anton, Helene zu helfen, während ich mich um Marc kümmern wollte. Folgendes war zu beobachten: Ernsthaft und ruhig besprachen Helene und Anton das neue Stück. Helene begann zu spielen, Anton beobachtete ihre Finger aufmerksam und gab helfende Tipps. An einer Stelle wussten beide nicht mehr weiter. Anton holte mich und nach kurzer Besprechung mit mir, waren die Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Anschließend teilte Anton noch seine letzten Gummibärchen aus der Hosentasche mit Helene und nach dieser Stärkung ging es weiter. Kein Zappeln, keine Ungeduld, keine Missemotionen waren zu beobachten. Nach wenigen Minuten standen beide vor mir und berichteten strahlend, dass die Aufgabe erledigt wäre und sie beide ja nun eine „lockere“ Woche des Übens vor sich hätten. Wir musizierten noch gemeinsam ein Stück und beenden dann sehr zufrieden die Unterrichtsstunde.

Dieses Beispiel zeigt einige der Vorteile des Gruppenunterrichts:

1. Kinder und Jugendliche streben aus kinderpsychologischer Sicht danach, Teil einer Gruppe zu sein. Diese motiviert sie und hilft ihnen, schwierige Situationen zu meistern und nicht vorschnell aufzugeben.
2. Die meisten Kinder sind sozial sehr kompetent. Wenn sie es gewohnt sind, auch im Instrumentalunterricht in einer Gruppe zu agieren, stellen sie sich problemlos auf die MitschülerInnen ein, geben geduldig Hilfestellung und gestalten den Unterricht fantasievoll mit.
3. Hilft ein Kind einem anderen, wird das eigene Selbstwertgefühl gestärkt und das eigene Wissen und Können erprobt und erweitert.
4. Die SchülerInnen lernen Hilfestellung zu geben und Hilfe anzunehmen, ohne dass ein Gefühl der Minderwertigkeit erzeugt wird.
5. Das Musizieren in der Gruppe kann zum regelmäßigen Bestandteil des Unterrichts werden.
6. Lernt ein Schüler schon im Unterricht selbständig zu arbeiten, wird ihm das bei seinen häuslichen Übungen helfen, Probleme zu überwinden.

Was zeichnet einen guten Gruppenunterricht aus?

Hinter einem guten Gruppenunterricht steht ein durchdachtes Gruppenkonzept. Einfach mehreren Schülern gleichzeitig in einem Raum Einzelunterricht zu geben, ist weder für die SchülerInnen, noch für die Lehrperson zufriedenstellend.
Ein Gruppenkonzept sollte die Vorteile dieser Unterrichtsform zur Grundlage haben. Deshalb sind folgende Punkte notwendig:
– Die SchülerInnen müssen die Möglichkeit haben, miteinander zu agieren.
– Der Unterricht muss genügend gemeinsame Elemente enthalten.
– Optimal ist es, wenn ein zusätzlicher Raum zur Verfügung steht oder die Verwendung von Kopfhörern möglich ist.
– Lehrende sollten bereit sein, eine neue Rolle einzunehmen- weg vom Vorgeben und Überwachen, hin zum Begeistern, Verbinden und Unterstützen.
– Gemeinsames Musizieren sollte fester Bestandteil des Unterrichts sein und kann auf gruppenübergreifende Aktivitäten ausgedehnt werden.

Gruppenunterricht für alle Schüler?

Natürlich gibt es gewisse Personenkreise, für die der Einzelunterricht, die beste Unterrichtsform ist, so z.B. für sehr begabte und fleißige SchülerInnen.
Diese SchülerInnen brauchen in der Regel sehr viel „Input“ und deshalb viel Unterrichtszeit.
Allerdings habe ich auch begabte SchülerInnen, die ihre Gruppe niemals verlassen würden. Sie fühlen sich im Unterricht mit den KollegInnen wohl, sie wollen nicht Musik studieren, haben noch weitere Interessen neben der Musik und Eltern, die ihre Entscheidung für den Gruppenunterricht unterstützen.
Sich dem Gruppenunterricht gegenüber völlig zu verschließen und ausschließlich Einzelunterricht zu propagieren hieße, sein ganzes Augenmerk auf die Förderung sehr begabter Schüler zu richten. Ich bin aber der Meinung, dass das nicht unsere einzige Aufgabe ist. Viele meiner SchülerInnen sind „normal“ begabt und viele üben sehr wenig. Auch diese haben das Recht, optimal gefördert zu werden. Diese SchülerInnen können diese optimale Förderung sehr gut in einer Gruppe erhalten.

Ist es möglich, den Bedürfnissen jedes einzelnen Schülers innerhalb einer Gruppe gerecht zu werden?

Ja, das ist möglich. Untersuchungen bei SchullehrerInnen haben ergeben, dass bei einem/-r guten Lehrer/in die Zahl der SchülerInnen einer Klasse eher nebensächlich ist (natürlich im überschaubarem Rahmen) und weniger begabte Lehrerende schon an kleinen Klassen scheitern.
Wenn also die Gruppe nicht zu groß ist, ist es für eine Lehrperson durchaus möglich, die Bedürfnisse aller im Auge zu behalten und alle nach ihren Fähigkeiten zu fördern. Auch hier sind wieder Unterrichtskonzepte gefragt, die das berücksichtigen.

Fazit
Die Diskussion „Einzel- und/oder Gruppenunterricht“ sollte Lehrende nicht entzweien, sondern anspornen, gemeinsam nach zeitgemäßen Wegen zu suchen.
Es gibt SchülerInnen, für die der Einzelunterricht die beste Unterrichtsform ist. Es gibt aber auch viele SchülerInnen, die in einer Gruppe gut aufgehoben sind. Die Gruppe hat aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur Vorteile. Es ist kaum möglich, ausschließlich mit Einzelunterricht sein finanzielles Auskommen zu sichern.
Viele Familien der bildungsnahen Mittelschicht in unserem Land müssen mit ihrem Geld gut wirtschaften. Gruppenunterricht gibt diesen die Möglichkeit, ihre Kinder musikalisch ausbilden zu lassen.
Eine gute Lehrperson erkennt man nicht daran, dass sie einige wenige, sehr begabte, ausgewählte SchülerInnen ins Studium oder zu Wettbewerben führt, sondern, dass sie SchülerInnen unterschiedlichster Art für die Musik und das Musizieren begeistern kann und mit ihnen gemeinsam realistische Ziele entwickelt und diese auch erreicht.

 

Gabriele Zimmermann
© Leslie Zimmermann

Persönliche Anmerkung: Ich selber unterrichte seit 30 Jahren Schüler im Einzel- und Gruppenunterricht. Aufgrund meiner Erfahrungen und meines Bestrebens den Gruppenunterricht zu optimieren, habe ich drei Unterrichtskonzepte für den Instrumental-Gruppenunterricht (Tasteninstrumente, Gitarre und Blockflöte) entwickelt und verlegt.

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Kommentare

  1. Carla Dalhus sagt

    Toller Artikel. Ich gehöre zu den Verfechterinnen des Gruppenunterrichts, kann dir bei den Vorteilen nur zustimmen!

    Liebe Grüße
    Carla

  2. Martin Kirmse sagt

    Hallo zusammen. Diesmal etwas kürzer. Ich denke wie so oft hilft hier: „Die Mischung macht’s“
    Manche Kinder trauen sich gewisse Sachen nicht vor anderen. Gerade Probleme sollten de Kinder in Einzelgesprächen ansprechen können.

    Ich selber mochte Gruppenunterrichte nicht (in der Musikschule) dafür umso mehr das Ensemble spiel. Also das im Einzelunterricht erarbeitete mit anderen zu teilen (jeder spielt seine eigene Stimme.

    Das Ensemble spielen im allgemeinen finde ich ZWINGEND NOTWENDIG damit die Kinder sich integriert fühlen.

    Vielleicht sollte man mit Gruppenunterricht beginnen und später den Fokus auf Einzelunterricht legen. Ich kenne Fälle in denen Kinder die Lust am Musizieren verloren haben weil ihre Gruppenmitglieder nicht zuverlässig waren.

    Das wichtigste ist das Kind immer danach zu fragen und zumindest projektweise zum Ensemblespiel zu motivieren.

    LG Martin

    1. Gabriele Zimmermann sagt

      Hallo Martin,
      vielen Dank für deine Gedanken.
      Gemeinsames Musizieren ist sicher eine der wichtigsten Aktivitäten, um die Motivation der Schüler zu erhalten und noch zu verstärken.
      Dass allerdings der Spaß verloren geht, wenn die Mitstreiter nicht genügend vorbereitet sind, kennt wohl jeder Musiker aus eigener Erfahrung.Hier muss der Lehrer eingreifen, bevor engagierte Schüler die Lust verlieren.
      Für das Klima in einer Gruppe ist der Lehrer verantwortlich. Eine gute Gruppendynamik ist ein Prozess und nicht von Anfang an gegeben. In meinen Gruppen lernen die Schüler zunächst, dass „Fehler“ etwas positives sind. Wir alle lernen durch die Fehler, die wir machen. Haben die Schüler diese Botschaft verinnerlicht, verlieren sie die Scheu, Probleme vor den anderen anzusprechen und gemeinschaftlich zu lösen. Trotzdem haben meine Schüler alle meine Handynummer und bei ganz persönlichen Problemen spreche ich mit dem/der SchülerIn allein.
      Viele Grüße
      Gabriele

  3. Angela Desch sagt

    Das hängt doch alles von vielen Faktoren ab. Einzelunterricht ist meines Erachtens gerade für solch kompliziert-komplexe Instrumente wie Geige sehr wichtig, hier würde ich Gruppenunterricht nur machen, wenn die Schüler auf gleichem Level sind und gut harmonieren, aber höchstens in einer Zweier- oder Dreiergruppe. Und auch dann eventuell flexibel, also mal Einzelunterricht und mal in der Gruppe. Oder neben dem Einzelunterricht ein Ensemblespiel anbieten. Natürlich ist das Spielen in einer Gruppe äußerst wichtig, aber die „technische“ Grundausbildung geht doch am besten im Einzelunterricht. Beim Blockflötenunterricht stellt sich für mich nicht so sehr die Frage, hier unterrichte ich sowieso in Gruppen. Kleine Gruppen. Und auch da bin ich gerne flexibel, sodass ich bei sehr unterschiedlichem Lernstand auch mal die Gruppe anders zusammensetze. Ich hatte schon Gruppen von 12 Kindern, die ganz toll miteinander mehrstimmig musiziert haben, aber auch Gruppen von vier Kindern, in denen ein einzelnes „aus der Reihe getanzt“ ist, so dass das schon schwierig war. Ich bin dann eher der Typ, der es für alle passend macht, auch wenn ich zusätzliche Zeit dranhängen muss. Mir ist dann der Lernerfolg wichtiger.

  4. Angela Witt sagt

    „Die Diskussion „Einzel- und/oder Gruppenunterricht“ sollte Lehrende nicht entzweien, sondern anspornen, gemeinsam nach zeitgemäßen Wegen zu suchen.“

    „Eine gute Lehrperson erkennt man nicht daran, dass sie einige wenige, sehr begabte, ausgewählte SchülerInnen ins Studium oder zu Wettbewerben führt, sondern, dass sie SchülerInnen unterschiedlichster Art für die Musik und das Musizieren begeistern kann und mit ihnen gemeinsam realistische Ziele entwickelt und diese auch erreicht.“

    Ich kann den zitierten Sätzen aus dem Fazit nur zustimmen. Dies sind Sätze die sich der ein oder andere Lehrer genauer anschauen sollte. Jedes Kind muss da abgeholt werden wo es steht und jedes Kind hat dies auch verdient. Wir als Lehrer sollten uns das wirklich zu Herzen nehmen und darum kämpfen das ein jedes Kind diese Chance auch erhält!

    1. Angela Witt sagt

      Vielen Dank, Gabriele Zimmermann, das du diese Diskussion eröffnet hast!

      1. Gabriele Zimmermann sagt

        Hallo Angela,
        ich danke dir, für deinen Kommentar.
        Auch ich freue mich, dass hier eine Diskussion begonnen hat.
        Viele Grüße
        Gabriele

  5. Daniel Mihajlovic sagt

    Am Anfang ist es bei uns Trompetern oft so, dass die Unterschiede in der Fähigkeit überhaupt Töne zu produzieren so groß sind, dass in einer Gruppe die schnelleren Schüler ausgebremst werden, die langsameren sich unfähig vorkommen und am Ende alle frustriert sind. Einige gewöhnen sich darüber hinaus noch eine falsche Spieltechnik an, die nur aufwendig zu korrigieren ist. Aufgrund dieser negativen Erfahrungen, die fast ausnahmslos alle BlechKollegen teilen, mit denen ich gesprochen habe, stehe ich alleinigem(!) Gruppenunterricht – besonders für Anfänger – eher skeptisch gegenüber.

    Ich persönlich kümmere mich darum, dass meine Schüler am Anfang eine solide spieltechnische Grundlage bekommen und sobald diese stabil genug ist (meist nach einigen Monaten), organisiere ich zusätzliche Ensembles/Gruppen, so dass auch das Zusammenmusizieren quasi von Anfang an einen festen Platz hat.

    Diese Kombination aus Einzel+Gruppe scheint mir für die meisten die beste Lösung, weil so zusammen Musiziert und Gelernt wird und die oben beschriebenen, negativen Aspekte nicht auftreten.

    Herzliche Grüße, Daniel

    1. Gabriele Zimmermann sagt

      Hallo Daniel,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Eine bewusste Entscheidung für eine Unterrichtsform ist, nach meiner Meinung, immer eine gute Entscheidung.
      Mir gefällt deine Mischung aus Einzelunterricht und Ensemble sehr gut.
      Viele Grüße
      Gabriele

  6. Gabriele Zimmermann sagt

    Ich möchte zum Artikel noch einen Gedanken hinzufügen. Für einige scheint, bei dem Gedanken an Gruppenunterricht, das Bild von eine größeren Anzahl von Schülern zu erscheinen. Gruppenunterricht beginnt aber schon bei 2 Schülern; nämlich dann, wenn diese die Möglichkeit haben, miteinander zu agieren. Das ist der große Unterschied zum Einzelunterricht. Hier agiert der Schüler nur mit dem Lehrer, der sich auf einer anderen Stufe befindet.

    Ich freue mich sehr über eure rege Beteiligung an diesem Thema. Alle sachlichen Kommentare sind willkommen, egal, welche Unterrichtsform ihr bevorzugt.

    Liebe Grüße
    Gabriele

  7. Gerhard Wolters sagt

    …soooooo schade, dass immer noch über die Unterrichtsform diskutiert (und oft gestritten) wird.
    Dauernd.werden Äpfel mit Birnen verglichen.
    In FB schreibt jemand von einer 14-er-Gruppe in 30 Minuten.
    Das sind pro Schüler 2 Minuten.
    Will ich aber den 30-minütigen EU mit einer 14-er-Gruppe vergleichen, dann hätte diese Gruppe rein mathematisch gesehen (d.h. ohne Spargedanken) 7 Zeitstunden Unterricht (14 × 30 Min).
    Ein Schelm, wer da Böses denkt!
    Wer aber – wie mehrere Kollegen und ich – erlebt hat, dass Kinder mehrere Stunden pro Woche freiwillig zur Musikschule kommen, der vergleicht fair – also z.B. EU in 30.Min. mit der 3-er-Gruppe in 90 Min.
    Und da sieht die Welt für.diejenigen, die sich ernsthaft mit Gruppendynamik und heterogenem Lernen auseinandersetzen wollen, schon ganz anders aus…
    Die Ergebnisse sprechen für sich…!
    Herzliche Grüße
    Gerhard

    1. Gabriele Zimmermann sagt

      Lieber Gerhard,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Du hast recht, der Begriff „Gruppenunterricht“ umfasst sehr viele unterschiedliche Unterrichtsmethoden. Ich glaube, es lohnt aber trotzdem, sich grundsätzlich um die Form des Unterrichts Gedanken zu machen.
      Für alle Kollegen, die es bisher noch nicht gewagt haben, neue Wege zu gehen, mag eine Veränderung bei der Form, der Beginn für weitere Veränderungen sein.
      Viele Grüße
      Gabriele

  8. Gerhard Wolters sagt

    …die Frage lautete ja:
    „Eine zukunftsweisende Unterrichtsform oder Geldmacherei?“
    Insofern ist die Verdoppelung der Zeit bei einem Schülerpaar oder die 4fache Zeit bei 4 Schülern die klare Absage an die angesprochene und vielfach praktizierte Geldmacherei, sodass man sich als verantwortungsvolle Lehrperson ganz und gar den Vorteilen der jeweiligen Unterrichtsform widmen kann, soweit man die Kompetenz dazu hat… 😉

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